Piepers Perspektive (DE)
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IPv6 – Die größte technologische Änderung für das Internet

by Juniper Employee on ‎05-17-2011 01:22 PM

Wir sind bereit, sind Sie es auch?


Normalerweise ist ein sogenannter Releasewechsel keine spannende Sache. Und wenn man heute davon spricht, von IPv4 auf IPv6 zu wechseln, mögen viele denken: „Wo liegt denn da das Problem?“

 

Nun – das Problem entstand vor vielen Jahren als das Internet noch als Design eines militärischen und universitären Netzes entstand. Damals kreierte man eine 32-Bit-Adresse, die entsprechend 4,3 Milliarden mögliche Endpoints ergab – eine gewaltige Zahl. Nur hatte niemand mit der explosionsartigen Nutzung dieses Netzes gerechnet. Mit dem Einstieg der kommerziellen Kunden und dem Ausweiten von IP-Adressen auf sämtliche Internetseiten und auf alles, was irgendwie mit Strom betrieben wird, war schnell klar, dass selbst 4,3 Milliarden Adressen im IPv4-Standard nicht ausreichen würden. Was schon in den frühen 90er Jahren bekannt war ist Anfang Februar 2011 dann auch eingetreten – die letzten Adressblöcke wurden vergeben.

 

Nun gibt es keine Alternative mehr, wenn Unternehmen oder Service Provider neue Adressen benötigen, müssen sie auf den neuen Standard IPv6 zurückgreifen. Zahlreiche Unternehmen werden die Konsequenzen nicht sofort spüren, denn meist haben sie sich eine große Anzahl an Adressen gesichert, die sie jetzt nach und nach aufbrauchen, möglicherweise sogar über mehrere Jahre hinweg. Anbieter von Breitbandnetzwerken werden allerdings schon im nächsten Jahr den neuen IPv6-Standard nutzen müssen.

 

Das Internet ist nicht nur gewachsen, auch die Art der Nutzung hat sich verändert und wird sich auch in Zukunft noch stärker weiterentwickeln.

 

340 Sextillionen – so viele Adressen werden mit dem neuen IPv6-Standard möglich sein. Da die überwältigende Mehrheit an Internetseiten und Geräten aber auf dem alten Protokoll beruht, ist ein sofortiger Umstieg auf ein allein auf IPv6 basierendes Internet nicht realisierbar. Ich gehe davon aus, dass beide Protokolle noch viele Jahre nebeneinander bestehen werden. Neue Angebote werden mit dem neuen Standard abgedeckt werden und das alte Protokoll wird nach und nach in den Hintergrund treten: IPv4 wird also nicht plötzlich verschwinden, IPv6 ist aber schon Realität.

 

Genau aus diesem Grund müssen schon jetzt entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, damit der Übergang problemlos vollzogen werden kann. Beide Protokolle müssen parallel unterstützt werden und Server, Router und Endgeräte müssen entsprechend umprogrammiert werden. Wir bei Juniper Networks stellen unseren Kunden zahlreiche Strategien und Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung, da die richtige Strategie auch von der Ausgangslage des Unternehmens und den eingesetzten Geräten abhängt. Wichtige Informationen haben wir in einem Whitepaper zusammengestellt, das Sie hier herunterladen können. Auf einer speziell eingerichteten Seite finden Sie zahlreiche weitere Informationen zum IPv4/IPv6-Übergang.

 

Derzeit blicken wir gespannt auf den 8. Juni: Dann findet der World IPv6 Day statt – ein Testlauf, bei dem für 24 Stunden zahlreiche Internetseiten auch über das neue IPv6-Protokoll angesteuert werden. Die wichtigsten Internet- und Netzwerkunternehmen nehmen an diesem groß angelegten Test der Internet Society (ISOC) teil und selbstverständlich ist auch Juniper Networks dabei. Wir versprechen uns davon zahlreiche wichtige Erkenntnisse. Die meisten IPv6-Nutzer verwenden einen Dual-Stack-Parallelbetrieb, sodass sie IPv4-Dienste nativ ansteuern können. Es bestehen bislang vor allem nur Vermutungen darüber, wie erfolgreich auf IPv6 basierende Internetseiten sein werden. In einem Monat haben wir dann verlässliche Informationen über den genauen Umfang von IPv6. Darüber hinaus wird dieser Test auch mehr Aufmerksamkeit für die Problematik zum Übergang schaffen.

 

Wir sind jedenfalls schon seit langer Zeit vorbereitet freuen uns darauf, Sie bei Ihrem Übergang zu unterstützen.

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